Du hast eine E-Mail von PayPal bekommen, die dich auffordert, dein Konto zu bestätigen oder deine Daten zu aktualisieren? Vorsicht - mit hoher Wahrscheinlichkeit ist das Betrug. Hier erfährst du, wie du Phishing-Mails erkennst und was du tun kannst.
Was ist Phishing?
Phishing kommt aus dem Englischen und beschreibt das "Abfischen" persönlicher Daten. Betrüger geben sich als PayPal, Banken oder andere Dienste aus und versuchen, an Zugangsdaten, PINs oder Kreditkarten-Informationen zu gelangen. Die Methode: Gefälschte E-Mails mit Links zu täuschend echt aussehenden Websites.
So erkennst du eine Phishing-Mail
- Absender-Adresse prüfen: Echte PayPal-Mails kommen von @paypal.com oder @paypal.de. Alles andere ist verdächtig.
- Zeitdruck: "Handeln Sie sofort" oder "Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt" - seriöse Unternehmen setzen dich nicht unter Druck.
- Unpersönliche Anrede: "Sehr geehrter Kunde" statt deines Namens ist ein Warnzeichen.
- Fehlerhafte Sprache: Rechtschreibfehler und seltsame Formulierungen deuten auf Betrug hin.
- Verdächtige Links: Fahre mit der Maus über den Link (nicht klicken!). Zeigt die Zieladresse nicht paypal.com, ist es Betrug.
- Anhänge: PayPal verschickt keine Anhänge per E-Mail. Öffne keine Dateien aus verdächtigen Mails.
Warum die alten Merkmale nicht mehr reichen
Die Liste oben hilft dir bei den meisten Fällen. Verlass dich aber nicht blind darauf, denn die Betrüger haben nachgelegt. Holprige Übersetzungen und wirre Anreden waren jahrelang das sicherste Erkennungszeichen. Seit Textgeneratoren jedem zur Verfügung stehen, kommen die Mails in fehlerfreiem Deutsch, mit korrekter Anrede und im passenden Layout. Wer heute nur auf Rechtschreibfehler achtet, übersieht ausgerechnet die gefährlichsten Varianten.
Besonders unangenehm ist eine Masche, bei der gar keine Fälschung nötig ist. Betrüger nutzen die Funktion "Geld anfordern" in ihrem eigenen Konto und schicken dir eine ganz normale Zahlungsanforderung. Die Mail kommt dann wirklich von PayPal, der Absender stimmt, die Links führen auf paypal.com. Im Text der Anforderung steht eine erfundene Rechnung und eine Telefonnummer für den angeblichen Support. Rufst du dort an, versucht dich jemand durch die Freigabe der Zahlung zu lotsen. Hier greift kein einziges der klassischen Merkmale. Die einzige Verteidigung ist simpel: Gib niemals Geld frei für etwas, das du nicht selbst bestellt hast.
Wir haben uns angewöhnt, aus Mails grundsätzlich nicht mehr herauszuklicken, auch wenn sie echt aussehen. Der Umweg über die Adresszeile oder das eigene Lesezeichen kostet fünf Sekunden und macht die ganze Frage überflüssig.
Was Phishing-Betrüger wollen
Die Betrüger locken dich auf eine nachgebaute PayPal-Seite. Dort sollst du persönliche Daten, Passwort, Bankverbindung und Kreditkartendaten eingeben. Kennst du das? Die Seite sieht auf den ersten Blick echt aus - aber die Adresse in der Browserleiste stimmt nicht. Genau darauf musst du achten.
Mit den erbeuteten Daten können Kriminelle:
- Einkäufe über dein PayPal-Konto tätigen
- Geld von deinem Bankkonto abbuchen
- Deine Kreditkarte belasten
- Betrügerische Transaktionen in deinem Namen durchführen
Was du tun solltest
- Nicht klicken. Öffne keine Links in verdächtigen E-Mails.
- Keine Daten eingeben. PayPal fragt nie per E-Mail nach deinem Passwort oder deinen Bankdaten.
- Mail löschen. Oder an spoof@paypal.com weiterleiten, damit PayPal die Betrüger verfolgen kann.
- PayPal direkt aufrufen. Falls du unsicher bist, öffne paypal.com/de/signin direkt im Browser und prüfe dein Konto dort.
Bereits Opfer geworden?
Falls du deine Daten auf einer Phishing-Seite eingegeben hast, handle sofort:
- PayPal-Passwort ändern. Sofort unter paypal.com.
- PayPal-Kundenservice kontaktieren. Erreichbar unter paypal.com/de/smarthelp.
- Kreditkarte sperren. Sperrnotruf: 116 116 (kostenlos, 24/7).
- Bank informieren. Falls du Bankdaten eingegeben hast, kontaktiere sofort deine Bank.
- Anzeige erstatten. Bei der Polizei oder online über die Internetwache deines Bundeslandes.
Was mit deinem Geld passiert
Viele nehmen an, der PayPal-Käuferschutz fange auch Phishing-Schäden auf. Das tut er nicht. Der Käuferschutz gilt für Einkäufe, bei denen die Ware nicht ankommt oder nicht der Beschreibung entspricht. Löst dagegen jemand mit deinen Zugangsdaten eine Zahlung aus, ist das ein anderer Fall: eine nicht autorisierte Zahlung, für die die Regeln des Zahlungsdiensterechts gelten.
Die gute Nachricht dabei: Eine Zahlung, die du nicht selbst freigegeben hast, musst du grundsätzlich nicht tragen. Voraussetzung ist, dass du den Vorfall meldest, sobald du ihn bemerkst. Wurde per Lastschrift von deinem Bankkonto abgebucht, kannst du dieser Abbuchung zusätzlich innerhalb von acht Wochen bei deiner Bank widersprechen, ohne dich rechtfertigen zu müssen. Hast du selbst grob fahrlässig gehandelt, etwa dein Passwort auf einer offensichtlich gefälschten Seite eingegeben, kann der Anbieter dich an den Kosten beteiligen. Wie so ein Fall ausgeht, hängt von den Umständen ab.
Melde den Vorfall deshalb schriftlich und notiere dir Datum und Uhrzeit. Eine Anzeige bei der Polizei kostet nichts und hilft dir später, falls es Streit über die Rückbuchung gibt.
Allgemeine Sicherheitshinweise
- Deine Bank, PayPal, Amazon oder eBay fordern dich nie per E-Mail auf, Zugangsdaten einzugeben.
- Klicke nie auf Links in E-Mails, bei denen du unsicher über das Ziel bist.
- Öffne keine Anhänge von unbekannten Absendern.
- Wenn du unsicher bist, ob eine Mail echt ist, rufe den Absender an - über die offizielle Telefonnummer, nicht über eine Nummer aus der Mail.
- Setze auf die Spam-Filter deines E-Mail-Anbieters. Mails im Spam-Ordner gehören dort hin.
- Rufe Banking- und Shopping-Seiten immer direkt im Browser auf oder nutze deine Lesezeichen.
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